Antequera - im Herzen Andalusiens

Eine der schönsten aber eher weniger bekannten Gegenden Andalusiens ist das im Zentrum der autonomen Gemeinschaft gelegene Antequera. Dabei ist es nicht nur landschaftlich sehr schön, sondern hat auch einen ganz besonderen Kleinstadt-Flair. Anders als Granada oder die Urlaubsmetropolen an der Küste, wirkt das Städtchen mit seinen ca. 40.000 Einwohnern fast ein wenig verschlafen.

Geschichte:

Erst 1410 wurde Antequera von den katholischen Königen erobert, nachdem es fast zwei Jahrhunderte den Angriffen der Spanier getrotzt hatte. Strategisch gesehen war dies ein wichtiges Ereignis, denn die Stadt ist auch heute noch ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzten sich bereits damals die Straßen zwischen Granada und Sevilla sowie zwischen Córdoba und Malaga. Die Moslems wurden daraufhin alle vertrieben oder ermordet und es dauerte fast weitere 100 Jahre, ehe sich die Stadt von ihrer blutigen Geschichte erholt hatte.

Attraktionen:

Trotz seiner bescheidenen Größe hat Antequera einige Attraktionen zu bieten:

  • Die Alcazaba, eine maurische Wehranlage aus dem 13. Jahrhundert, erbaut auf den Fundamenten einer römischen Burg, war wohl einer der Hauptgründe, warum die Stadt den spanischen Heeren so lange trotzen konnte. Vom Festungsberg bietet sich eine herrliche Aussicht auf die Stadt mit ihren engen Gassen und zahlreichen Kirchtürmen und auf das Umland.

  • Im Nordosten sticht sofort eine spektakuläre Felsformation ins Auge, die an einen schlafenden Indianer erinnert und den Namen "Peña de los Enamorados" (zu deutsch: Berg der Verliebten) trägt. Wie der Fels zu diesem Namen kam, konnte ich leider nicht herausfinden.

  • Der Weg in die Burg führt durch den Arco de los Gigantes, ein wirklich sehr hohes Tor aus dem 16. Jahrhundert.

  • Gleich dahinter befindet sich eine der ältesten Kirchen der Stadt, die Stiftskirche Santa Maria im Renaissance-Stil.

  • Am östlichen Stadtrand finden sich mit den Dolmen de Menga und Dolmen de Cueva zwei begehbare Hügelgräber, deren Alter auf ca. 5000 Jahre geschätzt wird. Sie zählen, gemeinsam mit dem etwas jüngeren und weiter nordöstlich gelegenen Tholos de El Romeral, zu den bedeutendsten Megalithbauten Europas und gelten seit 2016 auch als UNESCO-Weltkulturerbe.

  • Im Süden türmt sich der Gebirgszug des El Torcal bis zu einer Höhe von 1.400 Metern auf, der nicht nur ein beliebtes Wandergebiet, sondern auch als eine der bedeutendsten Karstlandschaften Europas 1989 zum Naturpark ernannt worden ist.

Erstaunliche Felsformationen wechseln sich ab, vielerorts sieht es aus, als hätte jemand riesige Steinplatten zu überdimensionalen Steinmännchen aufgetürmt.

Die Erklärung wie diese Formationen entstanden sind, würde den Rahmen hier sprengen. Wer will kann es gerne nachlesen indem er "El Torcal" googelt. Neben Geologen kommen auch Botaniker auf ihre Kosten: Über 600 Pflanzenarten, darunter 30 Orchideenarten, sollen hier zu finden sein.

Antequera ist also durchaus einen Besuch Wert, vor allem wenn man dem Massentourismus der benachbarten Regionen entfliehen möchte. Auch die Preise für Übernachtungen sind deutlich günstiger als in den Tourismushochburgen an der Küste.

Da eine Schlechtwetterfront in der Nacht durchzog - erste Ausläufer davon sind auf den Fotos von Granada zu sehen - entschieden wir uns diesmal für eine Übernachtung in einer Pension in der Innenstadt von Antequera. Am nächsten Tag war das Wetter wieder perfekt mit fotogener Restbewölkung. Generell hatten wir Glück mit dem Wetter, denn, wie uns der Hotelbesitzer glaubhaft vermittelte, hat es normalerweise im Juni bereits bis zu 40°C in dieser Gegend.

Fazit:

Insgesamt ist Antequera als einer der schönsten Orte Andalusiens in Erinnerung geblieben, an dem die Uhren noch anders ticken und in der man sich von der Hektik der spanischen Großstädte und Tourismusorte erholen kann.

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© 2019 Alexander Gerzabek

Koppl/Salzburg, Österreich
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