Im Portrait: Wald-Hortensie

Was wächst denn eigentlich da vor unserer Haustüre? Während wir uns über die Welt der Konsumgüter bestens informiert wähnen, werden wir in der realen Welt immer mehr zu Analphabeten. Wer kennt heute noch mehr als eine handvoll Pflanzen beim Namen? Wer jedoch weiß, warum Pflanzen wachsen wo und wie sie wachsen, kann in der Natur lesen wie in einem Buch. Doch mit der Natur selbst verschwindet auch das Wissen über sie in einem atemberaubenden Tempo.


Das hehre Ziel dieser Fotoserie ist kein Geringeres, als kleine Happen dieses Wissens aufzugreifen, sie mit Fotos zu garnieren und damit die weitere Verbreitung zu fördern. Nur wer die Natur begreift, kann sie auch bewahren!

Heute: Folge 2 - Die Wald-Hortensie

Botanischer Name: Hydrangea arborescens

Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)

Wuchshöhe: 2 - 3 m

Blütezeit: Juni - September

Blütenfarbe: weiß bis grünlich-weiß

Ökologische Bedeutung: Beliebte Bienen- und Schmetterlingsweide

Hortensien kennt man zumeist aus so manchen Blumengärten als üppig wachsende Stauden mit großen, dekorativen Blüten. Die Wald-Hortensie hat hier eine Sonderstellung, denn sie wächst als winterharter, laubabwerfender Strauch mit verholzendem Stamm. Es gibt sehr viele teils gezüchtete Unterarten.


Die Blüten der Wald-Hortensie stehen in sogenannten Schein- oder Trugdolden mit einem Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern.

Gut erkennbar ist hier die Trugdolde. Die Blüten entspringen nicht aus einem Punkt

Diese Trugdolde ist eine genauere Betrachtung Wert: Nur die äußeren Blüten haben Kronblätter. Dabei handelt es sich um sogenannte Schaublüten. Sie dienen lediglich dazu, die Pflanze für Bestäuber attraktiver zu machen, sind selbst jedoch steril. Innen sind die eigentlichen, fruchtbaren Blüten angeordnet. Die Kronblätter fehlen bei diesen. Je nach Zuchtform kann die Anzahl der Schaublüten deutlich überwiegen, bei manchen Unterarten bestehen die Blütenstände sogar nur noch aus Schaublüten.


Außen Schaublüten mit Kronblättern, Innen fruchtbare Blüten ohne Kronblätter. Dieses Exemplar hat nur wenige Schaublüten, ist daher eine gute Bienen- und Schmetterlingsweide.

Die großen Blütenstände ziehen scharenweise Bestäuber an. Pollen bieten jedoch nur die fruchtbaren Blüten. Wer also darüber nachdenkt, Hortensien für den Garten anzuschaffen, sollte auf die hochgezüchteten Formen besser verzichten. Vermehren lassen sich Hortensien recht einfach über Stecklinge.

Die großen, dicht stehenden Blütenstände sind der Grund für die Beliebtheit von Hortensien als Zierpflanzen.


Vorkommen:

Wald-Hortensien sind sehr anspruchslos und wachsen auf fast allen Böden, sofern er genügend Feuchtigkeit bietet. Da ihr Ursprungsgebiet die Wälder der östlichen USA sind, wo sie meist als Unterholz wachsen, mögen sie pralle Sonne nicht so gern sondern bevorzugen eher halbschattige Standorte.


Verbreitungsgebiet: Osthälfte der USA, bei uns nur als Zierpflanze


Verwendung in der Kräuterheilkunde: keine bekannt.

Alle Fotos sind erhältlich als Wanddekoration im Onlineshop: https://www.pictrs.com/alexgerzabek/9147334

Hier noch ein kleiner Buchtipp um Pflanzen sicher bestimmen zu können (Gezüchtete Zierpflanzen, wie Hortensien, werdet ihr jedoch vergeblich darin suchen): Was blüht denn da? KOSMOS-Naturführer

Aber jetzt: Raus in den Garten mit euch!


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© 2019 Alexander Gerzabek

Koppl/Salzburg, Österreich
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